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Kinder/Jugend

Politik aus junger Sicht

Das Bild der Politik wird stark geprägt durch ältere Damen und (meistens) Herren. Das hat unmittelbare Folgen für die tägliche politische Arbeit.Denn Politik bedeutet ja eigentlich, sich in irgendeiner Art und Weise um das Gemeinwohl zu kümmern, so wie es ein jeder vermag – so sollte es zumindest sein. Wahrgenommen wird dagegen häufig etwas völlig anderes - nämlich dass ihre Vertreter sich eher um ihr eigenes Wohl kümmern, als ihrem Auftrag nachzukommen, dem Gemeinwohl und den Menschen, die in diesem Staat leben, zu dienen.

 

Deshalb ist es so wichtig, das zu ändern!

Politische Entscheidungen folgen heute meist eingefahrenen Pfaden, die zu verlassen schier unmöglich scheint. Parteipolitisches Kalkül ist oft wichtiger als die konkrete Verbesserung der uns umgebenden Lebensumstände. Anstatt dass Erfolge berichtet werden (obwohl es diese sicher auch gibt), werden immer neue Affären und Skandale von Politikern aus allen Parteien und Lagern bekannt. Parteien und Gruppierungen, die uns heute noch vernünftig erscheinen, sind morgen schon nicht mehr von den etablierten Parteien zu unterscheiden, und gerade diejenigen, die in allen Parteien einen entscheidenden Beitrag dazu leisten könnten, dass diese Welt wieder lebenswerter wird, sind heute kaum mehr dort vertreten: Jugendliche und auch Kinder.

 

Ohne Beteiligung der Jugend sind die gewaltigen vor uns liegenden Aufgaben  aber nicht zu schaffen!

Die Überwindung der Schuldenfalle öffentlicher Haushalte, der Abbau der hohen Dauerarbeitslosigkeit, die Überwindung der Armut in vielen Teilen der Welt, die Verbesserung der Bildungssituation in Deutschland und vor allem die Überwindung der ökologischen Probleme kann nur gelingen, wenn Generation für Generation an Lösungen arbeitet.

Die bereits einsetzende globale Erwärmung des Weltklimas mit den Folgen zunehmender Überschwemmungen, Flutwellen, Schneeschmelzen in den Alpen und an den Polen ist eines der Probleme. Ein anderes ist, dass die Industrie dabei ist, den Zeitpunkt zu verschlafen, von versiegenden fossilen Brennstoffen wie Öl, Kohle und Erdgas auf erneuerbare Energien im erforderlichen Ausmaß umzustellen. Ein drittes ist, dass auf der Welt in jeder Minute, die vergeht, eine Fläche von 16 Fußballfeldern Regenwald für immer vernichtet wird.

 

Deshalb ist es so dringend, dass nicht nur etwas getan wird, sondern dass möglichst viele Menschen aus allen Generationen bei der Lösung dieser Probleme mithelfen.

Diese Seite der Homepage unseres Ortsvereins ist für Jugend reserviert. Sie lebt durch die Beiträge seiner jugendlichen Mitglieder.

 

Und wo bleibt die Demokratie?

Frust macht sich breit. Er wächst überall dort, wo sich Menschen einst für Politik und Demokratie begeistern konnten. Zurzeit ist Politik unzähligen Menschen schlicht nervig geworden. Wolfgang Hirn schreibt: „Breite Bevölkerungsschichten suchen vor allem Ruhe und Zerstreunung. Es lebe die Spaßgesellschaft!“

Liegt dies jedoch am politischen System Demokratie, wie es mache Umfragen suggerieren? Jeder, der die Demokratie beanstandet, muss sich fragen lassen, ob vom Volke unlegitimierte Systeme nicht in Willkürherrschaft, Repression und Ausbeutung aufgehen. Es ist die Stabilität der Demokratie, die langfristig den Wohlstand in der Gesellschaft zu mehren hilft und die Menschen zu selbstbestimmten mündigen Bürgern erhebt. Der Hedonismus, der unsere Gesellschaft durchzieht, ist eine groteske Abwandlung dieser Selbstbestimmung. Was läuft falsch?

Der Politologe Franz Walter sagt offen, dass es an der Demokratie selbst nicht scheitert. Der Politik seien die Ziele abhanden gekommen. Diese These besticht. Gerade in der Großen Koalition bestimmen kleine Kompromisse, ausgehandelt in für den Bürger undurchschaubaren Berliner Netzwerken, den politischen Alltag. Das Parlament, der Kern der Demokratie, wird dabei auf Öffentlichkeitsarbeit reduziert. Es wirkt wie eine Manege, in der eine Horde Vertreter um die Gunst des Volkes eifert. Zuerst wird auf Publikumswirksamkeit gestestet. So als lebten wir in einer Demoskopie und nicht in einer Demokratie. Diese Art der Positionsfindung ist der kleine Bruder des Populismussees, den die Linkspartei perfektioniert hat. 

Ein ehrenvolles Ziel könnte sein, Deutschland als soziale und wirtschaftlich erfolgreiche Soft Power in der Globalisierung zu behaupten. Ist das nicht konkret genug? Klare Unterschiede zeichnen die Parteien bereits auf dieser Ebene. Das Unionsziel einer radikalen Entfesselung der Märkte wurde 2005 vor der Bundestagswahl erkennbar. Viel stärker als die SPD neigt sie dazu, sich mit Härten und Ungerechtigkeiten abzufinden und nur für einige wenige Menschen Politik zu machen. Auch die Linke entsolidarisiert die Republik. Durch ihren Sozialkonservatismus verkennt sie, dass wir uns dem Spiel der Globalisierung nicht entziehen können, weil sonst dramatischere Härten uns belasten würden. „Entweder wir modernisieren, und zwar als soziale Marktwirtschaft“, mahnte Altkanzler Schröder, „oder wir werden modernisiert, und zwar von den ungebremsten Kräften des Marktes, die das Soziale beiseite drängen.“

Streiten wir gemeinsam dafür, dass wir sozial und dynamisch werden. Diskutieren wir über gemeinsames Lernen und Eliteförderung, Inflation, den Deutschlandfond, Erbschaftssteuern, Bundeswehrreformen, Bürgerversicherung und Finanzmärkte. Demokratie braucht Beteiligung. 

(Jan Bergerhoff)