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Pflegereform: 1500 Herner Pflegebedürftige gehen leer aus


Mit den jetzt bekannt gewordenen Eckpunkten für die nächste Pflegereform ignoriert der FDP-Bundesgesundheitsminister rund 1.500 Hernerinnen und Herner, die in den stationären Pflegeeinrichtungen in der Stadt leben. Zwar ist es richtig, mit einer Anhebung von Pflegeleistungen besonders Menschen mit einer Demenz zu unterstützen, allerdings gelten die höheren Beträge unverständlicherweise nur für die Pflege in der häuslichen Umgebung. Die Herner Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) kritisiert diese einseitige Verteilung, die die Bewohnerinnen und Bewohner in den stationären Einrichtungen in Herne und Wanne-Eickel klar benachteiligt. "Es darf nicht dazu kommen, dass pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren, die eigentlich in einer stationären Einrichtung betreut werden müssten, allein aus finanziellen Erwägungen in den eigenen vier Wänden bleiben", warnt der ASG-Vorsitzende Albert Okoniewski. "Gesundheitsminister Bahr steuert in die falsche Richtung: In der ambulanten Pflege ist der Mangel an Fachkräften viel deutlicher zu spüren als im stationären Bereich. Dort die Nachfrage zu erhöhen hieße, ein bestehendes Problem nicht zu lösen, sondern zu verschärfen."


Zum Hintergrund:
Demenzkranke sollen nach den aktuellen Planungen der schwarz-gelben Bundesregierung künftig für ambulante Pflegeleistungen mehr Geld bekommen. Statt 450 Euro sind das künftig 665 Euro an Pflegesachleistungen in Stufe 1 und 1.250 Euro statt 1.100 Euro an Pflegesachleistungen in Stufe 2. Allerdings werden die stationären Sätze ohne weitere Begründung nicht erhöht. Um die zusätzlichen Leistungen insbesondere für Demenzkranke und Angehörige finanzieren zu können, wird der Beitragssatz in der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2013 um 0,1 Beitragssatzpunkte angehoben.



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