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SPD zieht Zwischenfazit nach ersten Diskussionen in den Ausschüssen

Bereits im März 2021 hat eine AG der SPD-Ratsfraktion bestehend aus sechs Fachpolitikern/-politikerinnen Gedanken zur aktuellen Situation der Lehrschwimmbecken in Herne ein Arbeitspapier vorgelegt. Unter der Überschrift – Schwimmen lernen in Herne – Für alle, modern, zuverlässig – wurden Aspekte wie Vergrößerung der Wasserflächen, kurze und schnelle Wege für die Kinder, welche Fördertöpfe stehen zur Verfügung, Schul-/Vereinssport, Vereinheitlichung der Technik, Zusammenführung aller Bäder in Herne usw. in dem Papier zusammengefasst.

Zwischenzeitlich hat ebenfalls die Verwaltung ein Lehrschwimmbeckenkonzept für die Zukunft vorgestellt, da alle 6 vorhandenen Lehrschwimmbecker über 50 Jahre alt sind und über hohe Ausfallzeiten verfügen. Eine Renovierung dieser alten Becken ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr rentabel, so dass das neue Konzept, den Neubau von Lehrschwimmbecken in den nächsten 10 Jahren vorsieht. Hierbei soll es sich um Doppelschwimmbecken mit Umziehkabinen handeln. Insgesamt dürfte von einem Gesamtvolumen von ca. 20 Mio. Euro ausgegangen werden, wobei ein Lehrschwimmbecken hierbei mit ca. 7 Mio. Euro zu veranschlagen ist.

Die Herner Politik hat sich in einem ersten Schritt dazu entschieden, daß erste Lehrschwimmbecken als Anbau an den Südpool an der Bergstr. zu bauen. Das ist gut so.

Festzustellen bleibt auch, dass es ein hohes gesellschaftliches Interesse geben muss, dass unsere Kinder die Möglichkeit bekommen müssen schwimmen zu lernen. Dieser Anspruch der Kinder hat in den letzten 15 Monaten der Corona-Pandemie nochmals erheblich gelitten, da keinerlei Schwimmunterricht möglich war. Dieses Problem, was auch in Herne vorzufinden sein wird, gilt es jetzt unter den finanziellen Rahmenbedingungen einer Stadt wie Herne realistisch zu betrachten und nach vorhandenen Lösungen zu suchen. Genau dieses, ist das Ziel der SPD-Herne. Hierzu stellen wir uns die folgenden Schritte vor:

Die Entscheidung, dass das erste neue Lehrschwimmbecken an den Südpool angebaut wird ist richtig und wird begrüßt. Es entzerrt die Gesamtsituation der Lehrschwimmbecken in der gesamten Stadt. Mit den Planungen ist umgehend zu beginnen, da dort bereits Fläche, Technik und Parkplätze vorhanden sind.

Bei einer Prioritäteneinschätzung dürfte klar sein, dass das zweite zu bauende Lehrschwimmbecken in Wanne-Eickel gebaut wird. Hierbei bleibt es zum jetzigen Zeitpunkt offen, ob dies im Stadtteil Wanne oder Eickel geschehen wird. Hierzu wird es von der SPD in den kommen Wochen Anfragen in den Stadtparlamenten geben, welche Optionen es für ein solches Bad gibt und welche Stadtorte dafür geeignet wären.

Um nicht eine weitere Reduzierung beim Schwimmunterricht zu bekommen, muss klar sein, dass alte Lehrschwimmbecken erst geschlossen werden, wenn neue Lehrschwimmbecken fertiggestellt sind.

Bei realistischer Betrachtung der Zeitachse für die Neubaumaßnahmen der Lehrschwimmbecken, dürfte es aber einen Zeitraum von 2 – 4 Jahren bis zur Fertigstellung geben, die es nun zu überbrücken gilt. Aus einem Gespräch mit den Mondrittern im Mai haben wir zu den Forderungen aus unserem Lehrschwimmbecken-Papier aus dem März weitere Anregungen aufgenommen, denen wir in der kommenden Zeit nachgehen wollen:

  • Wie können wir die Ausfallzeiten in den alten Lehrschwimmbecken reduzieren?
  • Besteht in angrenzenden Städten die Möglichkeit, dass man dort freie Stunden in Schwimmbädern übernehmen kann?
  • Lokalisierung von Schwimmflächen in Herne, die nicht in städtischer Hand sind, aber vielleicht angemietet werden könnten. Wir denken da z.B. an Krankenhäuser.
  • Prüfung, ob noch die Möglichkeit besteht, weitere Kooperationen mit der Herner Bädergesellschaft zu vereinbaren, was beispielsweise die Wartung der Technik der aktuellen Lehrschwimmbeckenstandorte angeht.
  • Inanspruchnahme von aktuellen Förderprogrammen (Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten bzw. Investitionspakt – soziale Integration im Quartier), um Neubaumaßnahmen eventuell zu beschleunigen.

Vereinssport

Für den Vereinssport gibt es aktuell eine sehr positive Entwicklung. Das Vermessungsprotokoll von 2016 widerlegt Gerüchte und bestätigt vielmehr: das große Schwimmbecken des Wananas hat die optimale Länge. Die Herner Bädergesellschaft ist diesbezüglich in Kontakt mit dem Deutschen-Schwimm-Verband, um die offizielle Wettkampfzertifizierung zu beantragen. Darüber hinaus wird sie ebenfalls für eine moderne elektronische Zeitmessung sorgen. Über diese Thematik wurde bereits in den lokalen Medien berichtet.

Diskussion um das Hallenbad-Wanne-Süd

Wir können nachvollziehen, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit diesem Schwimmbad persönliche Erinnerungen (auch an die dortige Pommesbude von Oma Kühn) verbinden, da sie persönlich, ihre Kinder und Enkelkinder dort schwimmen gelernt haben. So geht es übrigens auch vielen von uns. Eine Wiederinbetriebnahme des Hallenbades Wanne-Süd ist aus faktischen und rechtlichen Gründen allerdings nicht mehr möglich.

  • Es gibt Gebäudesenkungen und Risse in der Fassade
  • Die gesamte Deckenkonstruktion ist überaltert und durchfeuchtet
  • Es besteht keine Isolierung gegen Feuchtigkeit an den Innen- und Außenwänden
  • Sämtliche Rohrleitungen und Sanitärinstallationen sind überaltert
  • Die gesamte Technik (Filter, Lüfter, Lüftungsanlagen usw.) ist überaltert
  • Schimmelansätze am Gebäude
  • Die vorhandenen räumlichen und technischen Gegebenheiten entsprechen nicht den heutigen einschlägigen Richtlinien. Dies gilt für den Brandschutz, die Barrierefreiheit sowie die Anforderungen an die energetische Qualität.

Wollte man dies alles beseitigen, wäre mit einer Investition im deutlich 2-stelligen Millionenbereich zu rechnen. Hinzu kämen noch Kosten für etwaige Risikoaufschläge für Schadstoffe bzw. Tragwerkkonstruktion.

Außerdem stehen politische Entschlüsse, einer Wiederinbetriebnahme des Hallenbades entgegen. Bei den Planungen rund um das Wananas gegenüber musste der Bezirksregierung Arnsberg die Schließung des Hallenbades sowie des Lehrschwimmbeckens an der Claudiusstr. Zugesagt werden. Diese Zusage ist heute nicht mehr einfach umkehrbar.

Dies alles macht unserer Meinung nach deutlich, dass das Hallenbad Wanne-Süd für das Ziel moderner und zuverlässiger Schwimmsportstätten in unserer Stadt keine Rolle spielen kann. Vielmehr ist das Entstehen einer Schrottimmobilie, insbesondere im Fall des altehrwürdigen Gebäudes zu verhindern. Das Grundstück sollte einer neuen Nutzung im Sinne der Stadtteilentwicklung in Wanne-Süd zugeführt werden und zugleich durch die Stadt Potenzialflächen für moderne Lehrschwimmbecken in Wanne und Eickel aufgezeigt werden.

Prüfen werden wir jedoch, ob ein Mosaik, oder Teile davon, welches sich im Hallenbad Wanne-Süd befindet, einer anderen Verwendung zugeführt werden kann. Ein würdevoller Umgang mit den Erinnerungen an dieses Bad liegt auch in unserem Interesse.

Wir werden in den kommenden Wochen an einer Veranstaltungsreihe arbeiten, in der wir unsere Vorstellungen zum Thema „Schwimmen in Herne“ den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt vorstellen und diskutieren sowie zur aktuellen Situation ins Gespräch kommen wollen. Termine werden bekannt gegeben. Wir sind der Auffassung, dass die Diskussion um diesen Themenkomplex stärker im realen Leben und weniger stark in der aufgeheizten Atmosphäre der sozialen Netzwerke stattfinden sollte. Denn letztendlich wollen wir alle in dieser Stadt dasselbe: Moderne und zuverlässige Schwimmstätten für alle.

 

Verfasser des Zwischenfazits:

Arnold Plickert (Bezirksbürgermeister Eickel), Willibald Wiesinger (Fraktionsvorsitzender Bezirksvertretung Eickel), Uwe Purwin (Bezirksbürgermeister Wanne), Torsten Becker (Fraktionsvorsitzender Bezirksvertretung Eickel), Birgit Klemczak (Schulausschussvorsitzende im Stadtrat Herne), Theres Boneberger (Sprecherin für Schulpolitik der SPD-Ratsfraktion), Manuela Lukas (Sprecherin für Finanzen, Beteiligungen und Immobilien der SPD-Ratsfraktion), Martin Kortmann (Sportausschussvorsitzender im Stadtrat Herne), Hendrik Bollmann (Sprecher für Sportpolitik der SPD-Ratsfraktion)